DSLV Positionspapiere Bundesjugendspiele
Bewegung und Sport ermöglichen ein soziales Erleben, in dem eigenes und gemeinsames Handeln unmittelbar erfahrbar wird.
Bewegung und Sport können die Auswirkungen von Anstrengung und Übung erlebbar machen, können Selbstwirksamkeitserfahrungen und solche sozialer Eingebundenheit ermöglichen und sinnstiftend wirken, auch im Sinn eines lebenslangen, gesundheitsfördernden sport- und bewegungsaffinen Lebensstils. Dieses sind originäre Zielsetzungen die der DSLV satzungsgemäß vertritt und die beispielsweise in den Kieler Positionen oder im Memorandum Schulsport niedergelegt sind.
Vor diesem Hintergrund sind Bundesjugendspiele die jährlich durchgeführte Veranstaltung einer Schule, die Bewegung und Sport in den Sportarten Leichtathletik, Turnen und Schwimmen den Mittelpunkt stellt. Diese drei Sportarten thematisieren grundlegende Bewegungserfahrungen, die für anderen Sportarten wirksam werden. Bundesjugendspiele als Idee und als Format basieren auf einem KMK-Beschluss und der damit einhergehenden Verpflichtung, diese Veranstaltung unter länderspezifischen Adaptionen durchzuführen.
Drei Formate spiegeln das Spektrum von Bewegung und Sport. Sie fokussieren auf zwei wesentliche Aspekte: „Vielseitigkeit“ mit nicht normierten Übungen, sowie ein „normiertes Leistungsmessen“ in einer Sportart oder in allen drei Sportarten.
Wie alle schulischen Veranstaltungen bedürfen Bundesjugendspiele einer pädagogischen und fachlichen Vorbereitung durch qualifizierte Lehrkräfte. Hier geht es um motorische Kompetenzentwicklung und -unterstützung einerseits, aber auch um die sozialen Aspekte von Leistungsmessung oder körperbezogene Selbstkonzepte. Die zuweilen heftige Kritik, die die Bundesjugendspiele in den Fokus nehmen, erscheinen dem DSLV insofern zweifelhaft, als dass pädagogische und gesellschaftliche Grundsatzfragen auf das Durchführen eines Sportvormittags projiziert werden.
Die Durchführung der Bundesjugendspiele – egal in welcher Form – wird weder den deutschen Spitzensport noch die körperlichen Dispositionen unserer Kinder oder gar deren generelle Einstellungen zur sogenannten Leistungsgesellschaft retten oder gefährden. Vielmehr lernen die Kinder in der unterrichtlichen Vorbereitung und dem Sportfesttag einen Ausschnitt unserer Sportkultur kennen und verstehen, entdecken dabei eigene Neigungen und Potenziale und erfahren zudem einen entwicklungsförderlichen Impuls. Dieser kann je nach Inszenierung des Unterrichts und der Wettbewerbe unterschiedliche Intentionen verfolgen.