Mit einer Klasse klasse Tennis spielen
Anregungen und Informationen zur Unterrichtsgestaltung
Rückschlagsportarten wie Tennis können ohne Probleme auch in der Schule in einer Klasse unterrichtet werden. Vorausgesetzt, das notwendige Material ist vorhanden. Eine zu frühe Spezialisierung der Kinder ist allerdings nicht zu empfehlen. Zuerst sollten die Jungen und Mädchen (eventuell auch Lehrer) die Fertigkeiten vermittelt bekommen, die zu einer allgemeinen Spielfähigkeit für alle Rückschlagspiele führen und die Grundlage für eine spätere Spezialisierung schaffen.
Allgemeines zu Organisation und Umsetzung
Gruppengröße
- Im üblichen Tennistraining umfasst die Gruppe maximal acht Personen. Soll Tennis außerhalb einer AG im herkömmlichen Sportunterricht angeboten werden, so handelt es sich in der Regel um Gruppen von einer halben bis zu einer ganzen Klassenstärke.
Ausrüstung
- Mit Blick auf eine Sporthalle/Großgruppe sind der Softball und der 75%-druckreduzierte Ball (Stufe rot) bestens geeignet, auch der 50%-druckreduzierte Ball (Stufe orange) kann eingesetzt werden (vgl. S. 13). Die Größe der Tennisschläger sollte dem Alters- und Leistungsniveau angepasst sein.
Sicherheit
- Vor Beginn der Spielphasen weist die Lehrkraft auf Sicherheitsaspekte hin. Beispiel: Während der Trainings-Abschnitte muss auf die Nachbarspieler geachtet werden. Wenn Bälle verspringen oder andere Spielflächen kreuzen, ist gegenseitige Rücksichtnahme geboten. Statt dem Ball sofort hinterherzulaufen, sollte auf die Nachbarspieler geachtet und der Ball dann erst zurückgeholt werden, wenn man sich nicht gegenseitig gefährdet, also die Spielaktion unterbrochen ist.
Raumorganisation
- Es sollten alle vorhandenen Sportflächen und -stätten genutzt werden. Beim Schultennis sollten nicht nur der Tennisplatz und die Tennishalle für den Unterricht eingeplant werden. Auch Sporthalle und freie Flächen (Pausenhof) sind bei entsprechenden Unterrichtsinhalten gut geeignet.
Praktische Umsetzung / Inhalte
Vorübungen: Lauf- und Beinarbeit
- Jedes Rückschlagspiel erfordert eine gute Lauf- und Beinarbeit. Dieses Ziel sollte über einen längeren Zeitraum in vielen Wiederholungen, aber kurzen Einheiten, mit variantenreichen Laufübungen und vor allem Laufspielen erarbeitet werden.
Vorübungen: Ballerfahrungen
- Je mehr Ballerfahrungen gemacht wurden und je besser die Grundlagenfertigkeiten hinsichtlich Ballspiele ausgebildet sind, desto leichter fallen alle weiteren Schritte. Folglich sollte das Spiel mit allen möglichen Bällen in den Grundfertigkeiten intensiv mit vielen Wiederholungen geübt werden. Diese Grundfertigkeiten können alleine, zu zweit oder in der Gruppe geübt werden.
Tennisspezifische Spielformen: Vom Low T-Ball zum Großfeld
Die Grundidee beinhaltet eine schrittweise Anpassung der Aufgabenstellungen / Spielanforderungen auch unter Berücksichtigung der Spielfeldgrößen. Schläger und Ballmaterial sind der Spielfeldgröße entsprechend angepasst.
Um die Spielfähigkeit der Kinder bei der Einführung der Rückschlagspiele zu fördern, bietet sich das Konzept „Vom Low-T-Ball zum Großfeld“ an. Von der ersten Unterrichtseinheit an sind die Aufgaben spielerisch und situationsorientiert. Dadurch sind die Kinder innerhalb kürzester Zeit in der Lage, kleinere Turnierformen zu spielen. Nach den ersten grundlegenden Bewegungserfahrungen steht das Schlagen eines Balles mit Hilfe des Schlägers in einem ersten (Kleinst-) Tennisfeld im Vordergrund.
Lernstufen des Tennisspiels
Low T-Ball – Ein zweidimensionaler Einstieg
- Bei Low T-Ball reduzieren sich die zeitlich-räumliche Wahrnehmung und Berechnung auf eine Ebene (zweidimensional). Low T-Ball kann mit langsamen und großvolumigen Bällen auch von Vorschulkindern spielerisch geleistet werden
Play + Stay – Ein Konzept für interessierte Tenniseinsteiger
- Fangen Kinder direkt mit großen Schlägern und normalen gelben Bällen an, sind sie häufig überfordert: Durch das Gewicht des Schlägers, die zu hoch abspringenden und zu schnellen Bälle oder das zu große Spielfeld. So kommen nur sehr kurze bis keine Ballwechsel zu Stande. Die Jungen und Mädchen verlieren schnell Motivation und Lust. Erwachsenen Anfängern geht es da kaum anders. Auch sie haben oft Probleme mit der Geschwindigkeit der Bälle und der Größe des Spielfeldes. Die methodischen Grundsätze der Tennis-Initiative PLAY+STAY können auch Bedeutung im Sportunterricht der Schulen haben.
Tennis als Teamspiel – Doppelspiele
Der Tennissport bietet neben dem Einzelspiel auch die Möglichkeit zum Teamspiel. In einem Doppel stellen zwei Tennisspieler ihre Bewegungen aufeinander ein und versuchen in Zusammenarbeit gegen eine andere Doppelformation sportlich zu bestehen. Damit diese attraktive Möglichkeit den Kindern und Jugendlichen aufgezeigt werden kann, sollte das Doppelspiel einen festen Platz in einer Trainingseinheit einnehmen. In den folgenden Praxisbeispielen werden verschiedene Bewegungsaufgaben dargestellt, die bereits in Einsteigerstunden angeboten werden können.
Für mehr Informationen über die Kooperation zwischen Schulen und Vereinen nutzen Sie gerne die Broschüre des DTB.